Spinne, Muschel und Co.


Selbstverständlich gibt es noch viel mehr Tiere am Darßer Ort als jene, die in den anderen Rubriken vorgestellt wurden: Spinnen, Ameisen, Schnecken, Muscheln, Würmer und und und. Es gibt an jedem Grashalm, auf jedem Zweig, jedem Stück Moos oder im Sand etwas zu entdecken. Zum Beispiel die Labyrinthspinne (Agelena labyrinthica), die zur Trichterspinnen-Familie gehört. Die Bezeichnung "Trichterspinnen" kommt nicht von ungefähr, denn diese Spinnen bauen ein 30 bis 50 Zentimeter großes, weit gespanntes Nest, in dessen Mitte sich ein fein gewebter Trichter befindet. Im Trichter lauert das Spinnentier. Wenn Beutetiere das weit gespannte Nest um den Trichter berühren, empfängt die Spinne die Vibrationen und läuft hervor, um die Beute zu packen. Nachdem die Beute mit einem Giftbiss gelähmt wurde, wird sie in den Trichter verbracht und verspeist. Die Labyrinthspinne auf den Fotos hatte sich in einem der Wacholderbüsche am Rundwanderweg eingerichtet.

Während es die Labyrinthspinne trocken und warm mag, lieben und brauchen Schnecken Feuchtigkeit und Schatten. In den Schilfgebieten ist die Gemeine Bernsteinschnecke (Succinea putris) häufig zu beobachten. Warum sie "BERNSTEINschnecke" heißt, ist unschwer an der Farbe ihres Gehäuses zu erkennen. Das, was wie ein filigranes Muster im Gehäuse wirkt, sind übrigens die Gefäße des Lungengeflechts, die durch das Gehäuse hindurch schimmern. An anderen Orten leben die wunderbaren Gehäuseschnecken. Wunderschöne, grazile Kletterkünstler, deren Gehäuse ein beeindruckendes Zeugnis von der Kreativität der Natur abgeben. Schneckenhäuser gibt es in unendlich vielen Farbschattierungen und unterschiedlichsten Mustern - jedes für sich ein Kunstwerk der Natur.

Da ein Teil des Weges am Weststrand entlang führt, dürfen Muscheln natürlich fehlen. Muscheln gehören wie die Schnecken zum Stamm der Weichtiere (Mollusca). Im Unterschied zu den Schnecken ist ihr Gehäuse jedoch zweiklappig. Am Weststrand liegen vor allem die Schalen der Herzmuscheln (Cardiidae), von denen es verschiedene Unterarten gibt. Die Schalen sind maximal 2 Zentimeter groß und weisen unterschiedliche Farben und Muster auf. Die größte Muschel im Spülsaum ist die weiße Sandklaffmuschel (Mya arenaria). Nach stürmischem Wetter findet man außerdem große Ansammlungen der braunen Miesmuschel (Mytilidae). An dieser Stelle sei ein Wort zum Thema "Strandgut mitnehmen" erlaubt: Bernstein, Muscheln, versteinerte Seeigel, von Wasser und Wind ausgebleichtes und merkwürdig verformtes Holz - Strandgut, von dem so manches Stück den Weg in die Jackentasche oder den Rucksack findet. Millionen Hände greifen jährlich nach der natürlichen Strandausstattung und jedes Stück, das nicht dort bleibt, wo es ist, verändert den Strand, das Ökosystem. Von daher sollte man immer überlegen, ob es wirklich noch mehr Muscheln, Steine oder Treibhölzer sein müssen, die man nach Hause trägt. Oft werden sie in den heimischen vier Wänden nicht mehr beachtet oder fristen in einer Gartenecke ein unscheinbares Dasein. Bedenken Sie auch, dass es grundsätzlich verboten ist, Bodenbestandteile aus einem Nationalpark zu entnehmen.