Insekten am Darßer Ort


Herbst-Mosaikjunger (Aeshna mixta) am Darßer Ort.
Herbst-Mosaikjunger (Aeshna mixta) am Darßer Ort.

Das Gebiet des Darßer Ortes ist aufgrund der unterschiedlichen Lebensräume und der daraus resultierenden Pflanzenvielfalt ein Insektenparadies: Wespen, Bienen, Hummeln, Schmetterlinge, Libellen, Fliegen und Mücken ... Ich vermute, dass es niemanden gibt, dem alle Arten bekannt sind - wahrscheinlich ist es sogar unmöglich, sie zu erfassen und zu bestimmen. Menschen, die sich zum Beispiel für Libellen interessieren, dürften am Rundwanderweg kaum vom Fleck kommen: Blau, grün, braun, schwarz, rot, groß, klein - man weiß gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll. Charmante, blitzschnelle, schillernde Flieger, von denen ich leider nur wenige Arten kenne.

Der Ockerbindige Samtfalter (Hipparchia semele) ist eine seltene Schönheit.
Der Ockerbindige Samtfalter (Hipparchia semele) ist eine seltene Schönheit.

Wie den Libellenfreunden dürfte es den Schmetterlingsinteressierten ergehen, für die der Darßer Ort nicht nur eine beeindruckende Artenvielfalt, sondern auch einige Seltenheiten wie den Ockerbindigen Samtfalter (Hipparchia semele) bereithält. Der Ockerbindige Samtfalter braucht offene, sandige, felsige Lanschaften und fühlt sich insbesondere in Küstendünen wohl. Hauptnahrungspflanze seiner Raupen ist das zierliche Blaugras (Sesleria caerulea), welches die gleichen Lebensräume wie der Schmetterling bevorzugt und am Darßer Ort bestens gedeiht. Aufgrund seiner Spezialisierung auf bestimmte Lebensräume und Nahrungspflanzen ist der Ockerbindige Samtfalter vom Aussterben bedroht. Am Darßer Ort kann man ihn in den Sommermonaten glücklicher Weise noch recht zahlreich antreffen. Eine andere seltene Schmetterlingsschönheit ist der Spiegelfleck-Dickkopffalter (Heteropterus morpheus), der nur in wenigen Gegenden Deutschlands beheimatet ist. Im Gegensatz zum Ockerbindigen Samtfalter, der es trocken, warm und sandig mag, bevorzugt der hübsche Spiegelfleck-Dickkopffalter eher feuchte Lebensräume, zum Beispiel die Saumbereiche von Schilfgebieten, Feuchtwiesen oder Erlenbrüchen. Denn dort finden die Raupen ihre Nahrungspflanzen, zu denen unter anderem Schilfrohr (Phragmites australis) und Blaues Pfeifengras (Molinia caerulea) zählen. Aber auch den Kleinen Eisvogel (Limenitis camilla) sieht unsereins nicht alle Tage und Allerweltsfalter wie Admiral (Vanessa atalanta) oder Großes Ochsenauge (Maniola jurtina) sind heutzutage in vielen Gegenden seltener geworden als in früheren Zeiten. Kurzum: Wer sich für die einheimische Insektenwelt interessiert, wird am Darßer Ort viel Zeit und Geduld brauchen. Es gibt unendlich viel zu sehen. Auch für jene, die keine Insektenspezialisten sind und sich einfach nur am Anblick eines schönes Schmetterlings erfreuen.