Pflanzen am Darßer Ort


An dieser Stelle möchte ich Ihnen einige Pflanzen zeigen, die typisch für den Darßer Ort sind und die Sie vom Rundwanderweg aus entdecken können. Gesagt sei, dass es sich dabei lediglich um eine kleine Auswahl handelt, denn es ist schlichtweg unmöglich, hier alle Darßer-Ort-Gewächse zu präsentieren. Als kleine Hilfe für den botanisch interessierten Laien habe ich eine grobe Einteilung nach trockenen und feuchten Standorten vorgenommen. Und bitte: Denken Sie daran, dass Sie sich in einem Nationalpark befinden. Das Verlassen der Wege ist ebenso verboten wie das Abpflücken oder Ausgraben von Pflanzen. Respektieren Sie die Natur und erfreuen Sie sich an den großen und kleinen Wundern, die sich Ihnen zeigen. Wer mehr über die außerordentlich vielfältige Pflanzenwelt des Darßer Ortes erfahren möchte, dem seien die Führungen der Nationalpark-Ranger empfohlen (siehe "Hilfreiche Links" am Ende der Seite).

Trockene Standorte


Dünen-Stiefmütterchen und Bauernsenf Ende April am Darßer Ort.
Dünen-Stiefmütterchen und Bauernsenf Ende April am Darßer Ort.

Der größte Teil der Landschaft am Rundwanderweg besteht - wie unter "Landschaft" beschrieben (siehe Link am Ende der Seite) - aus Dünen unterschiedlichen Alters. Aus Richtung Nothafen kommend müssen Sie nicht weit laufen, um rechts und links des Weges zwei typische Pflanzen der Dünenareale zu bestaunen, nämlich das Dünen-Stiefmütterchen (Viola tricolor var. maritima), eine Unterart des Wilden Stiefmütterchens, und das Berg-Sandglöckchen (Jasione montana). Beiden gemeinsam ist die Vorliebe für warme, trockene Standorte sowie das Blau in ihren Blüten,  wobei unter den Berg-Sandglöckchen ganz selten rein weiße Exemplare vorkommen. Wenn Sie im April zierliche weiße Blütenköpfe zwischen den Dünen-Stiefmütterchen entdecken, so handelt es sich um den Bauernsenf (Teesdalia nudicaulis). Die Blütezeit des Dünen-Stiefmütterchens beginnt früher (im April) als die des Berg-Sandglöckchens (Ende Mai/Juni). Hinter der ersten Aussichtsplattform mit Blick auf den Ottosee existiert ein kleiner Bestand aus Gemeinem Wacholder (Juniperus communis) - von den beständigen Winden verbogene und zerzauste Büsche von knorriger Gestalt. Manche von ihnen tragen jene Beeren, die Sie vielleicht aus der heimischen Küche kennen. Zwischen den Wacholderbüschen strahlen im Juni die rosafarbenen Blüten der Hundsrose (Rosa canina) mit dem blauen Himmel um die Wette, während ihre tiefroten Hagebutten im Herbst Farbe in die Landschaft zaubern. Eine andere auffällige Pflanze zeigt sich ebenfalls im Juni: Das Wald-Geißblatt (Lonicera periclymenum). Wie es sich für eine Liane gehört, erklimmt sie Bäume und Sträucher und krönt sie mit ihren gelblich-weißen Blüten. Hinter der zweiten Ausichtsplattform wiederum beginnt das Reich der Rentierflechten (Cladonia), deren zahlreiche Unterarten für den Laien nicht bestimmbar sind. Die Rentierflechten teilen sich ihren Lebensraum mit der Schwarzen Krähenbeere (Empetrum nigrum), deren dunkelgrüne Teppiche zwischen den grau-grünen Rentierflechten schon von Weitem zu sehen sind. Ab und zu sind kleine Bestände des Berg-Sandglöckchens eingestreut, an denen sich viele Insekten tummeln. An lichten, sandigen Stellen trotzt das hübsche, blaugrüne und horstig wachsende Silbergras (Corynephorus canescens) den extremen Lebensbedingungen, während zum Weststrand hin der allseits bekannte Gewöhnliche Strandhafer (Ammophila arenaria) auftaucht. Mit ganz viel Glück kann man außerdem eine der seltensten Pflanzen in Deutschland entdecken, die streng geschützte Stranddistel (Eryngium maritimum). Vorherrschende Baumart der trockenen, warmen Dünenstandorte ist übrigens die Waldkiefer (Pinus sylvestris).

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Feuchte Standorte


Schilfrohr und/oder Schwarz-Erlen sind die dominierenden Pflanzen der feuchten Standorte.
Schilfrohr und/oder Schwarz-Erlen sind die dominierenden Pflanzen der feuchten Standorte.

Die feuchten Lebensräume liegen wie überall auf dem Darß in den Riegen (siehe "Landschaft" - Link am Ende der Seite). Die Riegen am Darßer Ort können Sie gut an den ausgedehnten Vorkommen des Schilfs (Phragmites australis), den Wasserläufen sowie den im Gelände liegenden ehemaligen Strandseen (Ottosee und Libbertsee) erkennen. Prägende Baumart der feuchten Standorte ist die Schwarz-Erle (Alnus glutinosa). Beim Schilf handelt es sich übrigens mit einer Höhe von 1 bis 4 Metern um das größte einheimische Süßgras, aber das nur nebenbei. Wenn Sie aus Richtung Nothafen kommen, treffen Sie bald auf das erste Schilfgebiet und der Sandweg geht in einen Holzsteg über. Der Holzsteg sorgt nicht nur dafür, dass Ihre Füße trocken bleiben, sondern ermöglicht Ihnen außerdem grandiose Einblicke in die Pflanzenwelt. Auf beiden Seiten können Sie Blutweiderich (Lythrum salicaria), Ufer-Wolfstrapp (Lycopus europaeus), Wiesen-Platterbse (Lathyrus pratensis), Wasser-Dost (Eupatorium cannabinum) und Wasserminze (Mentha aquatica) und Sumpf-Labkraut (Galium palustre) bestaunen. An wenigen Stellen blüht die Gelbe Wiesenraute (Thalictrum flavum). Auf einer kleinen Strecke weicht das Schilfrohr etwas zurück und der Holzsteg wird von Schwarz-Erlen unterschiedlichen Alters gesäumt. Hier gesellt sich zum Ufer-Wolfstrapp die Knotige Braunwurz (Scrophularia nodosa), die es feucht und schattig mag. In der Nähe des Toilettenhauses am Leuchtturm kann der Pflanzeninteressierte im Somme außerdem einen schönen Bestand des stark giftigen Roten Fingerhuts (Digitalis purpurea) sowohl in der pink-lila farbenen Nominatform als auch mit seltener weißer Blütenfarbe bestaunen.

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